Was ich nach vielen Jahren Camping wirklich für sinnvoll halte
Es gibt Themen beim Camping, über die spricht man nicht besonders gern. Diebstahl gehört definitiv dazu. Niemand fährt los und denkt: „Mal schauen, ob mir dieses Jahr der Wohnwagen geklaut wird.“
Und trotzdem ist es ein Thema, das uns alle betrifft – egal ob Wohnwagen, Wohnmobil oder Campervan.
Ich habe mir über die Jahre angewöhnt, Sicherheit nicht aus Angst heraus zu betrachten, sondern aus Erfahrung und gesundem Menschenverstand. Genau das möchte ich euch in diesem Artikel weitergeben.
Keine Panikmache, keine Übertreibung – sondern eine ehrliche Einschätzung, was wirklich hilft und was man sich sparen kann.
Inhaltsverzeichnis:
- Warum ich Sicherheit nie nur von einem Produkt abhängig mache
- Die Top 10 Sicherheitsprodukte – ehrlich eingeordnet
- Welche Kombinationen sich im Camper-Alltag bewährt haben
- Typische Denkfehler, die ich immer wieder sehe
- Häufige Fragen aus der Praxis
- Mein persönliches Fazit
Warum ich Sicherheit nie nur von einem Produkt abhängig mache
Ich sehe es auf Stellplätzen und Campingplätzen immer wieder:
Ein nagelneues Deichselschloss – sonst nichts. Oder eine Radkralle, aber keine weitere Sicherung. Und manchmal sogar gar nichts.
Die Wahrheit ist: Kein einzelnes Produkt schützt dein Fahrzeug.
Was schützt, ist der Aufwand, den ein Dieb treiben müsste.
Diebe rechnen nicht in Minuten, sondern in Risiken. Je mehr sie tun müssten, je mehr Zeit vergeht, desto unattraktiver wird dein Wohnwagen oder Wohnmobil. Genau deshalb ist ein Sicherheitskonzept wichtiger als jedes einzelne Schloss.
Ich unterscheide mittlerweile dabei in drei Ebenen:
- Dinge, die sichtbar abschrecken
- Dinge, die mechanisch blockieren
- Dinge, die im Ernstfall helfen, wiederzufinden
Meine Top 10 hier unten sind genau so ausgewählt.
Die Top 10 Sicherheitsprodukte – ehrlich eingeordnet
1. Deichselschloss – Pflicht, aber nicht die Lösung

Beim Wohnwagen ist das Deichselschloss für mich absolute Grundausstattung. Punkt.
Alles andere ist fahrlässig.
Aber – und das ist wichtig – ich sehe es nicht als vollwertigen Diebstahlschutz. Es verhindert das schnelle Ankuppeln, mehr nicht.
Meine Erfahrung:
Als alleinige Maßnahme bringt es wenig. In Kombination dagegen sehr viel.
2. Radkralle – der psychologische Gamechanger

Wenn ich nur ein mechanisches Produkt nennen müsste, das wirklich Eindruck macht, dann wäre es die Radkralle.
Sie ist:
- sofort sichtbar
- eindeutig
- unbequem für jeden Dieb
Viele unterschätzen den psychologischen Effekt. Ein Dieb sieht die Radkralle und weiß: Hier dauert es. Und Zeit ist genau das, was er nicht will.
3. GPS-Tracker – keine Sicherheit, aber Hoffnung mit Substanz

Ich sage es ganz offen: Ein GPS-Tracker verhindert keinen Diebstahl. Wer das glaubt, macht sich etwas vor.
Aber: Er kann darüber entscheiden, ob dein Fahrzeug für immer weg ist – oder wieder auftaucht.
Ich sehe ihn als eine Art Versicherung auf Zeit. Im besten Fall brauchst du ihn nie. Im schlimmsten Fall ist er Gold wert.
Mein klarer Rat:
Ein Tracker allein reicht nicht – aber ohne Tracker fehlt ein entscheidender Baustein.
4. Alarmanlage – Lärm wirkt stärker als man denkt

Viele Camper sind skeptisch bei Alarmanlagen. Verständlich – Fehlalarme nerven.
Eine gute Alarmanlage ist aber etwas anderes:
- Sie meldet Manipulation sofort
- Sie macht unauffällig auf sich aufmerksam
- Sie stört genau dann, wenn jemand ungestört arbeiten will
Ich sehe sie vor allem auf Stellplätzen und Parkplätzen als sinnvolle Ergänzung.
5. Fenstersicherungen – der unterschätzte Klassiker

Wenn irgendwo eingebrochen wird, dann fast immer über Fenster oder Dachluken. Warum? Weil sie oft schlecht gesichert sind.
Fenstersicherungen kosten wenig, lassen sich leicht nachrüsten und machen das Aufhebeln deutlich schwerer. Für mich ein typisches „Warum eigentlich nicht?“-Produkt.
6. Türsicherung – mehr Widerstand, weniger Versuchung

Wohnwagen- und Wohnmobiltüren sehen stabil aus – sind es aber oft nicht. Ein Zusatzschloss sorgt nicht dafür, dass niemand hineinkommt. Aber es sorgt dafür, dass es nicht schnell geht.
Und genau darum geht es.
7. Stützenschloss – fast unbekannt, fast genial

Ich mag Produkte, die Diebe nicht auf dem Schirm haben. Stützenschlösser gehören genau in diese Kategorie.
Sie sind günstig, unscheinbar und in Kombination mit einer Radkralle extrem wirkungsvoll. Kein Highlight – aber sehr effektiv.
8. Wegfahrsperre – beim Wohnmobil fast ein Muss

Gerade bei Wohnmobilen – vor allem älteren Modellen – ist eine zusätzliche Wegfahrsperre sehr empfehlenswert, wenn ab Werk keine oder nur eine einfache Sicherung verbaut ist. Wichtig ist dabei: Eine Wegfahrsperre muss nicht zwingend elektronisch sein.
Elektronische Lösungen unterbrechen Zündung, Anlasser oder Kraftstoffzufuhr und wirken im Verborgenen. Genauso sinnvoll können aber mechanische Wegfahrsperren sein, die sofort sichtbar sind und abschrecken. Dazu zählen klassische Lenkradschlösser, Pedalschlösser bzw. Pedalblockaden oder Ganghebelsperren.
Mein persönlicher Ansatz:
Am wirkungsvollsten ist die Kombination aus unsichtbarer Technik und sichtbarer Mechanik. So wird das Wohnmobil nicht nur schwerer zu starten, sondern für Diebe von vornherein unattraktiv.
9. Warnaufkleber – kleine Maßnahme, große Diskussion

Ich weiß, dieses Thema spaltet. Meine persönliche Meinung nach vielen Gesprächen und Beobachtungen:
👉 Gelegenheitsdiebe lässt es weiterziehen.
👉 Profis ignorieren es – aber meiden oft unnötigen Aufwand.
Ich würde den Warnaufkleber anbringen. Nicht als Schutz – sondern als Signal.
10. Safe & Innenraumsicherung – Schadensbegrenzung

Eine Innenraumsicherung oder ein kleiner Safe verhindert keinen Diebstahl des Wohnwagens oder Wohnmobils. Das sollte man ganz klar so sagen. Was sie aber leisten kann, ist Schadensbegrenzung, falls doch einmal jemand ins Fahrzeug gelangt.
Ein fest montierter Safe schützt zumindest wichtige Dinge wie Fahrzeugpapiere, Bargeld, Ausweise oder kleinere Elektronik. Gerade auf längeren Reisen oder im Ausland kann das viel Stress ersparen.
Meine persönliche Einschätzung:
Ein Safe ersetzt keine mechanische oder elektronische Sicherung – er ist eine sinnvolle Ergänzung, aber niemals die Basis eines Sicherheitskonzepts.
Welche Kombinationen sich im Alltag bewährt haben
Wenn mich jemand fragt:
„Was würdest du konkret machen – ohne zu übertreiben, aber mit gesundem Menschenverstand?“
dann kommt meine Antwort nicht aus dem Katalog, sondern aus der Praxis.
Ich halte nichts von einzelnen Maßnahmen nach dem Motto „wird schon reichen“. Entscheidend ist immer die Kombination – sichtbar, mechanisch und ergänzend elektronisch. Genau das ist es, was Diebe Zeit kostet. Und Zeit ist ihr größter Feind.
Wohnwagen – sinnvoll, robust und praxisnah abgesichert
Beim Wohnwagen geht es in erster Linie darum, das Wegziehen zu verhindern. Genau hier setzen bewährte Maßnahmen an:
- Deichselschloss
- Radkralle
- Stützenschloss
- GPS-Tracker
👉 Warum diese Kombination funktioniert: Der Wohnwagen ist blockiert, auffällig gesichert und im Fall der Fälle ortbar. Das bedeutet: hoher Aufwand, hohes Risiko – geringe Erfolgsaussicht.
Wohnmobil – Wegfahren verhindern und Zugang absichern
Beim Wohnmobil steht nicht das Ziehen, sondern das Starten und Wegfahren im Fokus. Deshalb verschiebt sich der Schwerpunkt:
- Wegfahrsperre
- Alarmanlage
- GPS-Tracker
- Tür- & Fenstersicherung
Mehr geht immer. Aber das ist ein Niveau, bei dem die meisten Diebe weiterziehen.
👉 Warum diese Kombination Sinn ergibt: Das Wohnmobil lässt sich nicht einfach starten, nicht unauffällig öffnen und im Zweifel nachverfolgen. Auch hier gilt: zu viel Aufwand für zu wenig Nutzen – und genau das wollen wir erreichen.
Typische Denkfehler, die ich immer wieder sehe
❌ „Mir ist noch nie etwas passiert“
❌ „Ich stehe ja auf einem Campingplatz“
❌ „Ein Schloss reicht“
❌ „Der Tracker schützt schon“
❌ „Im Winter passiert nichts“
Sicherheit ist kein Zustand. Es ist eine Routine.
Häufige Fragen, die mir immer wieder gestellt werden
Was ist das wichtigste Sicherheitsprodukt?
Keines. Wichtig ist die Kombination.
Ist das nicht alles übertrieben?
Nein – übertrieben ist es, nach einem Diebstahl zu sagen: „Hätte ich mal…“
Reicht ein GPS-Tracker?
Nein. Er hilft im Nachhinein, nicht vorher.
Mein persönliches Fazit
Ich glaube nicht an perfekte Sicherheit. Ich glaube an Unattraktivität, wenn dein Wohnwagen oder Wohnmobil:
- Zeit kostet es zu knacken
- Aufmerksamkeit im Umfeld erzeugt
- langen Widerstand bietet
dann wird er für Diebe uninteressant. Wenn du mich nach einer sinnvollen Basis fragen würdest, wäre meine Antwort ganz klar: Radkralle + Deichselschloss + GPS-Tracker Nicht billig, nicht übertrieben – sondern realistisch.
Bleib entspannt, bleib wachsam und vor allem:
Bleib sicher unterwegs.
Euer Camper Markus