Volkswagen Nutzfahrzeuge nutzt den Caravan Salon 2026 in Düsseldorf für einen ungewöhnlichen Ausblick auf die Zukunft des California. Im Mittelpunkt stehen zwei Studien: der vollelektrische ID. California Cruise auf Basis des ID. Buzz und ein leichtes, aufblasbares Campingmodul-System für California Beach und Multivan.
Vor allem die aufblasbare Küche dürfte viele Camper neugierig machen. Statt eines schweren, dauerhaft eingebauten Möbelblocks setzt VW gemeinsam mit dem Allgäuer Unternehmen Stuff Bubble auf eine textile Luftkonstruktion, die sich bei Bedarf einbauen und anschließend wieder herausnehmen lässt. Das passt zu einem Trend, der bei kompakten Campervans immer wichtiger wird: weniger Gewicht, mehr Alltagstauglichkeit und mehr Flexibilität.
VW zeigt zwei California-Konzepte auf dem Caravan Salon 2026
Auf dem Caravan Salon Düsseldorf zeigt Volkswagen Nutzfahrzeuge gleich zwei Ansätze, die eng zusammengehören. Der ID. California Cruise soll zeigen, wie ein elektrischer California auf Basis des ID. Buzz aussehen könnte. Parallel dazu erprobt VW mit Stuff Bubble eine herausnehmbare Campingausstattung für den California Beach und den VW Multivan.
Beide Ideen verfolgen denselben Gedanken: Ein Campervan muss nicht dauerhaft mit schwerer Campingausstattung beladen sein. Wer den Van im Alltag als Familienauto, Firmenwagen oder normales Freizeitfahrzeug nutzt, kann Küche und Bett nur dann mitnehmen, wenn sie wirklich gebraucht werden.
Noch handelt es sich allerdings nicht um fertige Serienprodukte. Volkswagen spricht bei den Modulen und beim ID. California Cruise von Konzepten beziehungsweise Studien. Preise, Bestellstart und viele technische Details sind bislang nicht bekannt.

Aufblasbare Campingküche statt fester Möbelblock
Die auffälligste Neuheit ist die aufblasbare Campingküche von Stuff Bubble. Sie wurde auf die Gepäck-Board-Auflage des aktuellen California Beach abgestimmt und soll sich innerhalb weniger Minuten von einer Person einbauen lassen.
Das Küchenmodul besteht überwiegend aus einer textilen Luftkonstruktion. Trotzdem ist es nicht einfach nur ein aufgeblasener Tisch. Es besitzt einen geschlossenen Wasserkreislauf und soll sowohl im Fahrzeug als auch außerhalb des Vans nutzbar sein. Für Camper ist das spannend, weil sich die Küche damit je nach Wetter, Stellplatz und Reisesituation flexibler einsetzen lässt.
Das Modul misst rund 120 x 44 x 47,5 Zentimeter und wiegt weniger als zehn Kilogramm. Außerdem ist es teilbar. Wer auf einer kurzen Wochenendtour nicht die komplette Ausstattung braucht, kann nur die benötigten Komponenten mitnehmen.
Warum das Gewicht bei Campervans so wichtig ist
Gerade bei kompakten Campervans zählt jedes Kilogramm. Feste Schränke, Küchenblöcke, Wasserkanister, Bettkonstruktionen, Campingausrüstung, Fahrräder und Gepäck summieren sich schnell. Dazu kommen Fahrer, Mitreisende und oft noch Zubehör wie Markise, Fahrradträger oder Dachbox.
Eine leichte, herausnehmbare Küche kann deshalb einen echten Vorteil bringen. Sie reduziert nicht nur das Reisegewicht, sondern verhindert auch, dass man im Alltag permanent Campingmöbel spazieren fährt. Das ist vor allem dann interessant, wenn der California Beach oder Multivan nicht ausschließlich als Reisefahrzeug genutzt wird.

Das neue Bettsystem ist ebenfalls aufblasbar
Passend zur Küche hat Stuff Bubble ein leichtes Bettsystem entwickelt. Die Liegefläche beträgt rund 200 x 134 Zentimeter und entspricht damit ungefähr einem kompakten Doppelbett im Campervan.
Mit einer einfachen Luftmatratze soll das System wenig gemeinsam haben. VW beschreibt den Aufbau als mehrlagig und atmungsaktiv. Das ist wichtig, denn Schlafkomfort im Van hängt nicht nur von der Größe der Liegefläche ab. Auch Belüftung, Stabilität und Feuchtigkeitsmanagement spielen eine Rolle.
Als Doppelbett wiegt das System rund zwölf Kilogramm. Wird nur ein Einzelbett benötigt, reduziert sich das Gewicht auf etwa sechs Kilogramm. Küche und Bett lassen sich unabhängig voneinander nutzen und je nach Reise kombinieren.
In Verbindung mit dem Aufstelldach kann der California Beach nach Angaben von Volkswagen bis zu vier Schlafplätze bieten. Gleichzeitig soll im Innenraum noch Platz zum Wohnen, Kochen und Verstauen von Gepäck bleiben. Wie gut das im Campingalltag funktioniert, dürfte stark davon abhängen, wie robust die Module tatsächlich sind und wie schnell der Auf- und Abbau auf engem Raum gelingt.
Übersicht: Küche und Bett von Stuff Bubble
| Modul | Wichtige Daten | Praxisnutzen |
|---|---|---|
| Aufblasbare Campingküche | ca. 120 x 44 x 47,5 cm, weniger als 10 kg, teilbar, geschlossener Wasserkreislauf | Leicht, herausnehmbar und innen wie außen nutzbar |
| Aufblasbares Bettsystem | ca. 200 x 134 cm Liegefläche, rund 12 kg als Doppelbett, rund 6 kg als Einzelbett | Modular nutzbar und deutlich leichter als viele feste Bettkonstruktionen |
| Einsatz im Fahrzeug | Vorgesehen für California Beach und VW Multivan | Der Van bleibt im Alltag variabler nutzbar |
| Status | Konzeptstudie, derzeit nicht als fertiges VW-Zubehör bestellbar | Besucherfeedback soll in die weitere Entwicklung einfließen |
Auch der VW Multivan könnte einfacher zum Camper werden
Interessant ist, dass Volkswagen und Stuff Bubble die Module nicht nur für den California Beach vorsehen. Auch im VW Multivan sollen Küche und Bett eingesetzt werden können.
Damit würde ein normaler Multivan bei Bedarf zu einem einfachen Camper werden, ohne dass ein klassischer Ausbau nötig ist. Für gelegentliche Übernachtungen, Festivals, Wochenendtouren oder kurze Outdoor-Ausflüge kann so ein System sinnvoll sein. Wer dagegen lange Reisen plant, jeden Tag kocht oder viel Stauraum benötigt, wird wahrscheinlich weiterhin die Vorteile eines fest ausgebauten Campers schätzen.
Der große Pluspunkt liegt in der Lagerung: Bei Nichtgebrauch können die Module zu Hause im Keller, Abstellraum oder in der Garage bleiben. Der Van muss dann nicht dauerhaft als Campingfahrzeug eingerichtet sein.
ID. California Cruise: der elektrische California als Ausblick
Die zweite Premiere ist langfristig wahrscheinlich noch wichtiger. Mit dem ID. California Cruise zeigt Volkswagen Nutzfahrzeuge erstmals einen vollelektrischen California als Konzept. Die Studie basiert auf dem VW ID. Buzz und soll den Startpunkt für eine neue Familie batterieelektrischer California-Modelle markieren.
Viele technische Angaben nennt Volkswagen bislang noch nicht. Offen sind unter anderem Batteriegröße, Reichweite, Ladeleistung, genaue Innenausstattung, Gewicht und ein möglicher Preis. Auch zum Serienmodell selbst gibt es noch keine vollständigen Daten.
Klar ist aber: Volkswagen will elektrische Campervans schrittweise weiterentwickeln. Bis 2028 sollen nach aktuellem Stand mehrere vollelektrische California-Camper folgen. Der ID. California Cruise ist damit weniger ein sofort bestellbares Fahrzeug, sondern vor allem ein Ausblick auf die nächste California-Generation.
Warum Elektro-Camper Leichtbau noch wichtiger machen
Die aufblasbaren Campingmodule und der elektrische California wirken zunächst wie zwei getrennte Themen. Tatsächlich passen sie gut zusammen.
Bei einem Elektro-Camper spielt Gewicht eine besonders große Rolle. Batterie, Campingausbau, Wasser, Gepäck, Zubehör und Insassen müssen innerhalb der zulässigen Gewichtsgrenzen bleiben. Gleichzeitig kann zusätzliches Gewicht den Energieverbrauch erhöhen und die Reichweite beeinflussen.
Leichte, herausnehmbare Module können hier ein Baustein sein. Statt Küche, Bett und Schränke immer mitzunehmen, könnte der Camper je nach Reise modular ausgestattet werden. Für kurze Touren reicht vielleicht ein leichtes Bettmodul. Für längere Reisen kommt die Küche dazu. Für den Alltag bleibt beides zu Hause.
Ob sich solche textilen Luftkonstruktionen dauerhaft bewähren, hängt allerdings von mehreren Punkten ab: Stabilität, Reinigungsmöglichkeit, Reparierbarkeit, Komfort, Feuchtigkeit im Innenraum und dem Verhalten bei häufigem Auf- und Abbau. Genau deshalb ist das Feedback der Messebesucher für VW und Stuff Bubble wichtig.
Caravan Salon 2026: Premiere in Düsseldorf
Der Caravan Salon Düsseldorf findet vom 28. August bis 6. September 2026 statt. Volkswagen Nutzfahrzeuge ist in Halle 16 vertreten. Zu sehen sein sollen neben dem ID. California Cruise und den neuen Campingmodulen auch bekannte Modelle wie Caddy California, California und Grand California.
Vor allem die aufblasbare Küche dürfte auf der Messe für Diskussionen sorgen. Sie stellt eine Grundidee klassischer Camper infrage: Muss eine Campingausstattung wirklich dauerhaft fest im Fahrzeug verbaut sein?
Für manche Camper wird die Antwort weiterhin ja lauten. Ein fester Ausbau ist bequem, robust und sofort einsatzbereit. Für andere könnte ein leichter Baukastenansatz aber genau richtig sein, besonders wenn der Van im Alltag flexibel bleiben soll.
Mein Fazit: spannende Idee, aber noch mit offenen Fragen
Volkswagen zeigt mit dem ID. California Cruise und den Stuff-Bubble-Modulen, wohin sich kompakte Campervans entwickeln könnten. Elektrifizierung, Leichtbau und flexible Nutzung werden wichtiger. Besonders bei Fahrzeugen, die nicht nur Urlaubsmobil, sondern auch Alltagsauto sind, kann ein herausnehmbares System viel Sinn ergeben.
Ob daraus ein überzeugendes Serienprodukt wird, lässt sich erst beurteilen, wenn Preis, Verfügbarkeit, Langzeitstabilität und Handling im Alltag bekannt sind. Die Grundidee ist aber stark: Campingausstattung nur dann mitnehmen, wenn sie wirklich gebraucht wird.
Weitere Bilder zum ID. California Cruise
Fotos © by Volkswagen AG
FAQ zum VW ID. California Cruise und zur aufblasbaren Campingküche
▾ Ist der VW ID. California Cruise schon bestellbar?
Nein. Der ID. California Cruise ist zunächst eine Konzeptstudie auf Basis des VW ID. Buzz. Volkswagen nennt noch keine vollständigen technischen Daten und keinen Serienpreis.
▾ Kann man die aufblasbare Campingküche von Stuff Bubble schon kaufen?
Nach aktuellem Stand handelt es sich ebenfalls um ein Konzept. Volkswagen und Stuff Bubble wollen auf dem Caravan Salon 2026 zunächst Rückmeldungen sammeln und die weitere Entwicklung darauf abstimmen.
▾ Für welche Fahrzeuge sind die Campingmodule gedacht?
Die Module wurden für den California Beach entwickelt und sollen auch im VW Multivan nutzbar sein. Damit könnten auch Multivan-Fahrer bei Bedarf eine einfache, herausnehmbare Campingausstattung verwenden.
▾ Warum sind aufblasbare Möbel im Camper interessant?
Der wichtigste Vorteil ist das geringe Gewicht. Außerdem lassen sich Küche und Bett bei Nichtgebrauch entfernen. Dadurch bleibt der Van im Alltag flexibler und muss nicht dauerhaft mit Campingmöbeln beladen sein.