Foto © by Viña Castilla
Spanien mit dem Camper zu bereisen bedeutet, jeden Tag mit einem Gefühl von Freiheit aufzuwachen. Du öffnest die Tür deines Vans und stehst vielleicht an einer wilden Bucht, vielleicht an einem Bergsee oder in einer kleinen Stadt, in der das Leben langsamer fließt als anderswo. Jede Region hat ihre eigene Stimmung, ihre eigenen Farben und Gerüche, und wenn du mit einem Camper unterwegs bist, kannst du all das so intensiv erleben, wie du willst. Dieser Guide nimmt dich mit auf einige der schönsten Routen des Landes und gibt dir praktische Hinweise, damit dein Roadtrip entspannt, sicher und inspirieren wird.

Die schönsten Camper-Routen in Spanien
Jede Route besitzt eine eigene Stimmung, und je nachdem, ob du Meer, Berge oder weite Landschaften suchst, kannst du dir genau die Strecke auswählen, die zu deinem Tempo und deinem Gefühl passt. Mit einem Camper hast du die Freiheit, spontaner zu reisen und jede Region so lange zu genießen, wie sie sich für dich richtig anfühlt.

Costa Brava / Foto © by depositphotos.com | Autor bloodua
Costa Brava – Klippen, versteckte Buchten und türkisfarbenes Mittelmeer
Die Costa Brava ist eine der eindrucksvollsten Küsten Spaniens, besonders wenn du spektakuläre Felsformationen und kleine, geschützte Buchten liebst. Während du mit dem Camper die kurvigen Straßen entlang fährst, öffnen sich ständig neue Ausblicke auf das grün blaue Meer, auf Pinien, die sich über die Klippen beugen, und auf einsame Strände, die nur über schmale Wege erreichbar sind. In Städten wie Tossa de Mar oder Begur kannst du durch mittelalterliche Gassen schlendern, ein spätes Mittagessen mit Blick auf das Wasser genießen und den Abend entspannt in der Nähe der Brandung ausklingen lassen.
Beleuchtete Bruecke Puente Nuevo in Ronda in Andalusien / Foto © by depositphotos.com | Autor bbsferrari
Andalusien – weiße Dörfer, Olivenhaine und Wüstenlandschaften
Andalusien empfängt dich mit warmem Licht, weiten Ebenen und einem Rhythmus, der sofort langsamer wirkt als im Rest des Landes. Wenn du mit dem Camper durch diese Region fährst, begleiten dich unendliche Olivenhaine, trockene Hochebenen und weiße Dörfer, die wie helle Punkte in der Landschaft liegen. Orte wie Ronda oder Grazalema wirken im Abendlicht beinahe unwirklich, und je weiter du in Richtung Osten fährst, desto stärker merkst du den Übergang zu wüstenartigen Gebieten wie der Tabernas-Wüste. Schließlich erreichst du das Naturgebiet Cabo de Gata, wo vulkanisches Gestein, stille Strände und ein raues Licht zusammen eine Atmosphäre schaffen, die du sonst kaum irgendwo in Spanien findest.

Horreo in Cadavedo Bucht von Biskaya Camino del Norte / Foto © by depositphotos.com | Autor ockPhotoAstur
Camino del Norte – wildes Baskenland und grünes Asturien
Der Camino del Norte zeigt dir eine ganz andere Seite Spaniens: rau, feucht, windig und gleichzeitig unglaublich friedlich. Die Route führt durch das Baskenland, Kantabrien und Asturien und verbindet steile Klippen, grüne Hügel, kleine Fischerorte und eine ständig präsente Atlantik Brise. Wenn du hier unterwegs bist, kannst du erleben, wie sich das Wetter innerhalb weniger Minuten verändert – manchmal erscheint die Sonne, dann wieder zieht dichter Nebel vom Meer her auf. Asturien, einer der grünsten Landstriche Spaniens, überrascht mit versteckten Stränden und Bergen, die nahe an die Küste heranrücken.

Pyrenaeen Gebirgslandschaft in Huesca / Foto © by depositphotos.com | Autor eresanz
Die Pyrenäen – Berge, klare Seen und grandiose Fernblicke
Die Pyrenäen bieten eine Weite und Stille, die besonders intensiv wirkt, wenn du mit dem Camper reist. Die Straßen führen durch tiefe Täler, entlang felsiger Hänge und hinauf zu Pässen, von denen aus du kilometerweit in die Landschaft schauen kannst. Viele klare Bergseen liegen zwischen den Felsmassiven verborgen und wirken wie natürliche Rückzugsorte, in denen die Zeit langsamer verläuft. Je weiter du zwischen den Gipfeln vorankommst, desto mehr spürst du diese Mischung aus frischer Luft, ruhigen Reisen und einer Art Geborgenheit, die nur Berge vermitteln können.
Wann solltest du mit dem Camper nach Spanien reisen?
Spanien ist ein Land, das du zu fast jeder Jahreszeit genießen kannst, aber die Unterschiede zwischen den Regionen sind groß. Im Frühling erwacht besonders der Süden zum Leben. Für Andalusien, Murcia oder die Region Valencia ist diese Jahreszeit ideal, weil du viel Sonne bekommst, ohne in der Hitze zu schmelzen.
Der Sommer gehört eindeutig dem Norden. Wenn du milde Temperaturen, raue Küsten und frische Luft suchst, dann sind Baskenland, Asturien und Galicien ideal. Hier kannst du auch im Hochsommer gut schlafen, dir tagsüber den Wind um die Nase wehen lassen und die langen Abende am Meer genießen. Gleichzeitig bieten die Pyrenäen in diesen Monaten perfekte Bedingungen für Wanderungen und das Stehen in höheren Lagen, die nachts nie zu warm werden.
Der Herbst ist vielleicht die vielseitigste Reisezeit. Das Meer ist noch warm, die Strände sind leerer und die Tage haben ein goldenes Licht, das besonders in Regionen wie Katalonien oder La Rioja wunderschön wirkt. Der Winter wiederum ist ideal, wenn du Richtung Süden willst oder die Kanarischen Inseln erkunden möchtest.
Wo darfst du stehen? Regeln, Realität und gute Orte zum Anhalten
In Spanien lohnt es sich, den Unterschied zwischen Parken und Campen gut zu kennen. Solange du deinen Camper wie ein normales Fahrzeug nutzt – also ohne ausgefahrene Markise, Stühle oder Tisch – gilt der Aufenthalt in vielen Regionen als reines Parken und ist damit erlaubt. Sobald du jedoch etwas „ausklappst“, wird es rechtlich als Campen betrachtet, was vor allem in Naturschutzgebieten und an beliebten Küstenabschnitten verboten ist. Trotz dieser Einschränkungen ist das Land sehr camper freundlich, denn überall findest du offizielle „áreas de autocaravanas“, oft günstig oder sogar kostenlos, mit Wasser, Entsorgung und ruhigen Stellflächen.
Besonders schön wird es an Orten, an denen du legal und gleichzeitig mitten in der Natur stehen kannst. Ein Beispiel dafür ist Playa de Nemiña in Galicien – ein Platz direkt am Meer, an dem du den Atlantik hören kannst, sobald du die Tür deines Campers öffnest. Die Lage ist wild, offen und perfekt für Reisende, die die raue Seite Spaniens erleben möchten. Genau solche Stellplätze zeigen, wie angenehm und vielfältig Camper Reisen in Spanien sein können, wenn du Regeln respektierst und Orte wählst, die bewusst für Vanlife geschaffen wurden.

Foto © by Playa de Nemiña
Praktische Tipps für deinen Spanien-Roadtrip
Spanien hat seinen eigenen Rhythmus, und du merkst das sofort unterwegs: Viele Geschäfte, Werkstätten und sogar Tankstellen schließen am frühen Nachmittag wegen der Siesta. Plane daher Besorgungen am Vormittag und achte darauf, rechtzeitig zu tanken. Gleichzeitig kann das Wetter — besonders in den Pyrenäen und im Norden — sehr schnell umschlagen. Nebel, Regen oder plötzlich starke Winde sind keine Seltenheit, weshalb es sich lohnt, die lokale Vorhersage täglich zu prüfen und Bergstraßen nur bei guten Bedingungen zu fahren.
Was deinen Roadtrip unvergesslich macht, ist die regionale Vielfalt Spaniens. Jeder Landesteil schmeckt anders: Pintxos im Baskenland, Cidre und Käse in Asturien, Meeresfrüchte in Galicien oder erfrischendes Gazpacho im Süden. Mit dem Camper hast du die Freiheit, dort zu essen, wo die Einheimischen essen – in kleinen Bars, an Häfen oder in Bergdörfern, die du sonst vielleicht nie entdeckt hättest. Diese Mischung aus Natur, Bewegung und kulinarischen Momenten ist einer der größten Gründe, warum Spanien als Camper Ziel so besonders ist.
Zum Schluss bleibt vor allem eines: Spanien ist ein Land, das du nicht nur bereist, sondern wirklich spürst – mit seinen Farben, Gerüchen, Wegen und Begegnungen. Wenn du mit dem Camper unterwegs bist, öffnet sich dir diese Vielfalt noch intensiver, weil du jeden Tag neu entscheiden kannst, wohin dich die nächste Straße führt. Spanien belohnt genau diese Art des Reisens – mit Weite, Ruhe, Wärme und Momenten, die du noch lange nach deinem Roadtrip in dir trägst.