Ich lebe und campe seit vielen Jahren im Wohnwagen und habe in dieser Zeit einiges gesehen. Die meisten Probleme entstehen nicht einmal aus böser Absicht. Oft sind es Kleinigkeiten: eine Autotür, die nachts laut ins Schloss fällt, ein Hund, der über die Nachbarparzelle läuft, Musik, die ein bisschen zu weit trägt, oder jemand, der quer über einen fremden Platz läuft, weil der Weg dadurch kürzer ist.
Eigentlich braucht es gar nicht viele Regeln. Ein bisschen Rücksicht, etwas Gelassenheit und der Gedanke, dass man auf einem Campingplatz nicht allein ist, reichen meistens schon. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die jeder Camper kennen sollte. Manches steht in der Hausordnung des Campingplatzes, vieles gehört aber einfach zum ungeschriebenen Camping-Knigge.
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Check-in und Check-out: Der Urlaub beginnt schon an der Anmeldung

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Für viele beginnt der Urlaub erst, wenn Wohnwagen, Wohnmobil oder Zelt endlich stehen. Vorher kommt aber der Check-in. Und genau da zeigt sich oft schon, wie entspannt jemand unterwegs ist.
Nach mehreren Stunden Fahrt will man natürlich nur noch auf den Platz. Das kenne ich gut. Man ist müde, vielleicht etwas genervt vom Verkehr und möchte endlich ankommen. Trotzdem sollte man sein Gespann oder Wohnmobil nicht einfach irgendwo abstellen, wo es anderen im Weg steht.
Gerade vor der Rezeption wird es schnell eng. Da kommen neue Gäste an, andere wollen abreisen, jemand muss vielleicht mit dem Wohnmobil drehen oder mit dem Wohnwagen rangieren. Wenn dann ein Fahrzeug ungünstig steht, ist der erste kleine Stau auf dem Platz schon da.
Besser ist es, sich so hinzustellen, dass andere noch durchkommen. Auch beim Check-out gilt: rechtzeitig vorbereiten, nicht hektisch werden und nicht die halbe Zufahrt blockieren, während noch Fahrräder festgezurrt oder die letzten Sachen verstaut werden.
Camping ist entspannter, wenn man nicht schon bei der Ankunft oder Abreise unnötig Stress macht.
Langsam fahren – wirklich langsam

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Auf Campingplätzen gilt meistens Schrittgeschwindigkeit. Und das hat seinen Grund.
Kinder laufen plötzlich zwischen Wohnwagen hervor, Hunde hängen an langen Leinen, Radfahrer kreuzen die Wege, und manche Camper sind gedanklich schon beim Kaffee statt beim Verkehr. Mit dem Auto, Wohnmobil oder Gespann langsam zu fahren, ist deshalb keine übertriebene Vorsicht, sondern einfach Rücksicht.
Dazu kommt noch etwas, was man selbst oft gar nicht merkt: Wer zu schnell über trockene Wege fährt, zieht eine Staubwolke hinter sich her. Die landet dann beim Nachbarn auf dem Tisch, im Vorzelt oder auf der frisch gewaschenen Wäsche.
Auf einem Campingplatz gewinnt man keine echte Zeit, wenn man schneller fährt. Man macht sich höchstens unbeliebt. Also lieber wirklich langsam fahren. Nicht nur ein bisschen langsamer als auf der Straße, sondern so, dass jederzeit ein Kind, ein Hund oder ein Radfahrer auftauchen könnte.
Leise ankommen oder abreisen

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Nicht jeder kommt am Nachmittag bei Sonnenschein an. Manchmal wird es später, manchmal steht man im Stau, manchmal zieht sich die Fahrt einfach. Wenn man abends oder nachts auf dem Platz ankommt, sollte man aber daran denken, dass andere vielleicht schon schlafen.
Dann reicht es, das Nötigste zu machen. Leise einparken, Türen vorsichtig schließen, keine lauten Gespräche quer über den Platz und nicht noch mitten in der Nacht das komplette Vorzelt aufbauen. Der Rest kann meistens bis zum nächsten Morgen warten.
Wer schon einmal erlebt hat, wie jemand spätabends noch laut den Wohnwagen ausrichtet, Stützen kurbelt, Türen knallt und dabei mit der ganzen Familie diskutiert, versteht schnell, warum dieser Punkt wichtig ist. Auf dem Campingplatz hört man nachts viel mehr, als man denkt.
Das Gleiche gilt bei einer frühen Abreise. Wer morgens um sechs Uhr los will, kann vieles schon am Abend vorher vorbereiten. Stühle verstauen, Kabel ordentlich legen, Wasser auffüllen oder ablassen, Fahrradträger vorbereiten. Dann muss morgens nicht mehr jeder Handgriff laut und hektisch passieren.
Gerade auf engem Raum ist Rücksicht oft wichtiger als Tempo.
Privatsphäre respektieren

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Für mich gehört dieser Punkt zu den wichtigsten Camping-Regeln überhaupt.
Eine Campingparzelle ist kein Wohnzimmer, aber für ein paar Tage oder Wochen ist sie der persönliche Bereich der Camper. Genau deshalb sollte man nicht einfach über fremde Stellplätze laufen.
Auch wenn der Weg dadurch kürzer ist: Geht außen herum. Das gilt für Erwachsene, Kinder und Hunde. Niemand möchte, dass ständig fremde Leute quer über den eigenen Platz laufen, während man gerade isst, liest oder einfach seine Ruhe haben will.
Auch beim Aufstellen von Wohnwagen, Wohnmobil oder Zelt sollte man ein bisschen mitdenken. Fenster an Fenster ist selten angenehm. Wenn genug Platz vorhanden ist, sollte man so stehen, dass beide Seiten etwas Privatsphäre haben.
Nicht, weil man sich abschotten soll. Camping lebt ja auch vom Kontakt. Aber ein bisschen Abstand und Respekt machen das Miteinander deutlich angenehmer.
Hunde an die Leine

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Ich bin selbst mit Hund unterwegs und weiß, wie schön Camping mit Hund sein kann. Aber ich weiß auch: Nicht jeder mag Hunde. Manche haben Angst, andere wollen einfach nicht, dass ein fremder Hund an ihren Sachen schnuppert oder über die Parzelle läuft.
Darum gehört der Hund auf dem Campingplatz an die Leine. Auch dann, wenn er „nichts macht“. Diesen Satz kennen wahrscheinlich alle Camper. Das Problem ist nur: Der andere Hund, das Kind oder der Nachbar weiß das nicht.
Häufchen werden selbstverständlich weggeräumt. Nicht irgendwann, sondern sofort. Das sollte eigentlich gar nicht extra erwähnt werden müssen, ist aber leider immer wieder ein Thema.
Wer mit Hund reist, sollte außerdem vorher prüfen, was auf dem Platz erlaubt ist. Manche Campingplätze erlauben Hunde, aber keine Hundezäune. Andere haben spezielle Hundebereiche oder eigene Regeln für bestimmte Wege. Ein kleiner Hundezaun kann auf der eigenen Parzelle praktisch sein, aber eben nur, wenn er erlaubt ist.
Und auch dann ersetzt ein Zaun keine Aufmerksamkeit. Ein Hund bleibt Verantwortung, auch im Urlaub.
Ruhezeiten sind keine Empfehlung

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Auf den meisten Campingplätzen gibt es klare Ruhezeiten. Oft beginnt die Nachtruhe um 22 oder 23 Uhr, morgens endet sie meist zwischen 6 und 7 Uhr. Je nach Platz kann das anders geregelt sein. Entscheidend ist aber nicht nur, was in der Hausordnung steht, sondern auch der gesunde Menschenverstand.
Laute Musik, lange Diskussionen vor dem Vorzelt oder Türen, die ständig knallen, nerven irgendwann. Tagsüber steckt man vieles eher weg. Nachts sieht das anders aus.
Musik gehört für viele zum Camping dazu. Für mich auch. Aber sie sollte auf dem eigenen Stellplatz bleiben. Wenn drei Parzellen weiter noch jedes Wort zu hören ist, ist es zu laut.
Im Süden kommt noch ein anderes Thema dazu: Klimaanlagen. Manche laufen leise, andere brummen die halbe Nacht. Natürlich hat jeder ein anderes Wärmeempfinden, und niemand soll bei Hitze im Wohnmobil oder Wohnwagen eingehen. Aber auch hier gilt: Wenn ein Gerät die ganze Umgebung beschallt, sollte man zumindest schauen, ob es leiser oder anders eingestellt werden kann.
Rücksicht bedeutet nicht, dass man keinen Spaß haben darf. Es bedeutet nur, dass andere nicht darunter leiden müssen.
Helfen, wenn Hilfe gebraucht wird

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Camper helfen sich. Das ist zumindest meine Erfahrung, und genau das macht für mich einen guten Platz auch aus.
Früher war es ganz normal, dass jemand beim Schieben oder Ausrichten des Wohnwagens mit angepackt hat. Heute haben viele Wohnwagen einen Mover, da braucht man diese Hilfe nicht mehr so oft. Trotzdem gibt es genug Situationen, in denen ein kurzer Griff oder eine einfache Frage viel wert ist.
Jemand kämpft mit dem Vorzelt. Ein Sturm zieht auf. Ein Grill steht wackelig. Ein Neuling weiß nicht, wo die Entsorgung ist. Da muss man nicht gleich den großen Retter spielen. Ein einfaches „Brauchst du kurz Hilfe?“ reicht völlig.
Manchmal entsteht genau dadurch eine gute Nachbarschaft. Und wenn nicht, ist es auch in Ordnung. Angeboten hat man es.
Sauberkeit ist Pflicht, nicht Kür

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Ein Campingplatz funktioniert nur, wenn alle ein bisschen mitdenken. Das betrifft vor allem Müll, Sanitäranlagen, Spülbereiche und Entsorgung.
Niemand möchte Essensreste im Spülbecken finden. Niemand möchte in der Dusche auf fremde Haare oder Sandhaufen treffen. Und niemand freut sich über Müll, der auf der Parzelle liegen bleibt und dann Wespen, Ameisen oder andere Tiere anzieht.
Grauwasser gehört an die dafür vorgesehene Stelle. Die WC-Kassette ebenfalls. Und ganz wichtig: Der Frischwasserschlauch ist nicht dafür da, die Kassette auszuspülen. Das ist nicht nur eklig, sondern auch rücksichtslos gegenüber allen, die danach Wasser holen möchten.
Wer seinen Platz sauber hinterlässt, zeigt Respekt gegenüber den nächsten Gästen und gegenüber dem Platzbetreiber. Eigentlich ist das nicht viel verlangt.
Grillen ohne Rauchschwaden

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Grillen gehört für viele zum Camping dazu. Für mich auch. Trotzdem sollte man vorher prüfen, was auf dem Platz erlaubt ist. Nicht überall sind Holzkohlegrills erlaubt, manchmal sind Gas- oder Elektrogrills vorgeschrieben. Bei Trockenheit kann es zusätzliche Einschränkungen geben.
Und selbst wenn Grillen erlaubt ist, sollte man schauen, wo der Rauch hinzieht. Der Nachbar findet es vielleicht nicht ganz so gemütlich, wenn der komplette Qualm ins Vorzelt zieht oder die frisch gewaschene Kleidung nach Grill riecht.
Ein guter Platz für den Grill, etwas Abstand und ein bisschen Aufmerksamkeit reichen meistens. Wer mit Holzkohle grillt, sollte außerdem ordentlich mit Glut und Asche umgehen. Heiße Kohle gehört nicht einfach irgendwo in den Müll oder an den Rand der Parzelle.
Grillen soll entspannen, nicht den nächsten Streit auslösen.
Freundlich grüßen, aber niemandem aufdrängen

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Ein einfaches „Hallo“ wirkt manchmal mehr, als man denkt. Camping ist oft locker, viele duzen sich, vieles ist unkomplizierter als im Alltag. Trotzdem muss man nicht jeden sofort in ein Gespräch verwickeln.
Manche Camper wollen Kontakt, andere wollen Ruhe. Beides ist in Ordnung. Ein freundlicher Gruß beim Vorbeigehen ist ein guter Anfang. Wenn daraus ein Gespräch entsteht, schön. Wenn nicht, auch gut.
Gerade neue Nachbarn freuen sich oft über ein kurzes Willkommen oder einen kleinen Hinweis, wo etwas zu finden ist. Aber niemand muss sich aufdrängen. Gute Nachbarschaft auf dem Campingplatz entsteht meistens ganz von allein, wenn man offen, aber nicht aufdringlich ist.
Dinge, die auf dem Campingplatz gar nicht gehen
Ein paar No-Gos gibt es trotzdem. Manche davon erlebt man leider immer wieder:
- laute Musik bis tief in die Nacht
- Hunde ohne Leine auf dem Platz laufen lassen
- Hundehaufen liegen lassen
- Grauwasser oder Toiletteninhalt falsch entsorgen
- Zigarettenreste in die Natur werfen
- Müll oder Essensreste liegen lassen
- über fremde Parzellen laufen
- den Frischwasserbereich für die WC-Kassette benutzen
- Kinder unbeaufsichtigt über andere Stellplätze rennen lassen
- beim Grillen den ganzen Rauch zum Nachbarn schicken
Das sind keine Kleinigkeiten, wenn man direkt daneben steht. Auf einem Campingplatz lebt man näher zusammen als in vielen Wohnsiedlungen. Genau deshalb fallen solche Dinge schnell auf.
Meine Erfahrung: Rücksicht macht Camping besser
Camping lebt von Freiheit, aber Freiheit funktioniert nur, wenn man auch an andere denkt. Für mich ist das der eigentliche Camping-Knigge: nicht kompliziert, nicht streng, sondern einfach fair.
Wer langsam fährt, leise ankommt, seine Nachbarn respektiert, den Hund im Griff hat und seinen Platz sauber hinterlässt, macht schon sehr viel richtig. Der Rest ist meistens Gelassenheit.
Nicht jeder Camper tickt gleich. Manche wollen Kontakte knüpfen, andere suchen Ruhe. Manche reisen mit Kindern, andere mit Hund, wieder andere wollen einfach nur ein paar Tage abschalten. Wenn man das akzeptiert, wird Camping für alle entspannter.
Und genau dann ist Camping das, was es sein soll: draußen sein, runterkommen, nette Leute treffen und eine gute Zeit haben.
Passend dazu findet ihr hier auch unsere Sammlung der lustigsten Camping-Fails.
Viel Spaß beim Camping und genießt die Zeit