Ein persönlicher Praxisartikel von Camper Markus
Ich bin Markus und seit ca. 30 Jahren mit Wohnwagen, und zwar selten, aber auch mal mit dem Wohnmobil unterwegs. In dieser Zeit habe ich viele LĂ€nder gesehen, unzĂ€hlige Camping- und StellplĂ€tze genutzt â und beim Thema Sicherheit so ziemlich jeden Fehler gemacht, den man machen kann.
FrĂŒher habe ich gesichert, weil man das halt macht.
Heute sichere ich, weil ich weiĂ, warum ich es tue.
Dieser Artikel ist kein Produktvergleich und keine Panikmache. Er ist das Ergebnis vieler Jahre Praxis, eigener Fehlentscheidungen und klarer Erkenntnisse. Ich habe das alles selbst erlebt â nicht aus dem Katalog, sondern drauĂen auf echten Stell- und CampingplĂ€tzen.
Inhaltsverzeichnis
- Was ich beim Thema Sicherheit nicht mehr mache
- Ein typischer Abend auf einem Stellplatz
- Wohnwagen vs. Wohnmobil â unterschiedliche Schwerpunkte
- Wohnwagen: Wegziehen verhindern
Wohnwagen sichern: 5 schnelle Schritte - Wohnmobil: Wegfahren verhindern
Wohnmobil und Campervan sichern: 5 schnelle Schritte
- Wohnwagen: Wegziehen verhindern
- Sicherheit auĂerhalb der Camping-Zeit: Standzeit richtig absichern
- âWas passt zu mir?â â die Entscheidungshilfe
- Warum ich heute ruhiger schlafe
- HĂ€ufige Fragen zur Diebstahlsicherung beim Camping
Was ich beim Thema Sicherheit nicht mehr mache

Mit den Jahren habe ich gelernt, dass Sicherheit nicht durch Aktionismus entsteht. Im Gegenteil: Viele MaĂnahmen fĂŒhlen sich zwar gut an, bringen aber kaum echten Schutz. Ich verlasse mich nicht mehr auf den Gedanken âHier passiert schon nichtsâ. Die meisten DiebstĂ€hle passieren nicht an abgelegenen Orten, sondern dort, wo viele Camper stehen und NachlĂ€ssigkeit zur Routine wird. Sicherheit darf kein Urlaubsmodus sein â sie muss Gewohnheit sein.
Auch Billiglösungen mit groĂen Werbeversprechen kommen mir nicht mehr ans Fahrzeug. DĂŒnne Schlösser, klapprige Radkrallen oder Alarmsysteme, die mehr nerven als schĂŒtzen, erzeugen vor allem eines: ein trĂŒgerisches SicherheitsgefĂŒhl.
Ebenso verbaue ich keine Technik mehr, die ich selbst nicht verstehe. Alarmanlagen, Wegfahrsperren oder GPS-Tracker sind nur dann sinnvoll, wenn man weiĂ, wie sie funktionieren, wie sie eingestellt sind und ob sie im Ernstfall wirklich reagieren.
Und ich sichere heute nicht mehr nur âdas Fahrzeugâ. TĂŒren, Fenster, Klappen, FahrrĂ€der oder Technik im Innenraum sind oft das eigentliche Ziel. Wer hier spart, spart an der falschen Stelle.
Ein weiterer Punkt, den ich komplett geĂ€ndert habe: Ich versuche nicht mehr, unauffĂ€llig zu sein. Sichtbare Sicherung ist Abschreckung. Diebe suchen einfache Ziele â keine Herausforderungen.
Ein typischer Abend auf einem Stellplatz

Es ist frĂŒher Abend. Der Stellplatz ist gut gefĂŒllt, ein paar Camper sitzen drauĂen, irgendwo klappert Geschirr und es ist lebhaft. Ich stelle das Fahrzeug ab, schlieĂe die TĂŒr, mache uns etwas zu essen.
FrĂŒher hĂ€tte ich gedacht: Hier ist genug los â passt schon.
Heute lĂ€uft es anders, ganz automatisch. Ich prĂŒfe die Wegfahrsperre, sichere die TĂŒr, kontrolliere kurz die Fenster. Kein Stress, kein Kontrollzwang â eher Routine.
SpĂ€ter wird es ruhiger. Einige fahren weiter, andere ziehen sich zurĂŒck. Der Platz wirkt plötzlich ganz anders als noch vor zwei Stunden. Und genau dann passieren viele Dinge â nicht, weil jemand auffĂ€llig ist, sondern weil NachlĂ€ssigkeit einlĂ€dt.
Ich lege mich ins Bett und schlafe ruhig. Nicht, weil ich glaube, dass nichts passieren kann â sondern weil ich weiĂ, dass ich mein persönliches Sicherheitsniveau umgesetzt habe.
Wohnwagen vs. Wohnmobil â unterschiedliche Schwerpunkte
Beim Thema Sicherheit ist ein hÀufiger Fehler, Wohnwagen und Wohnmobil gleichzubehandeln. In der Praxis brauchen sie unterschiedliche AnsÀtze.
Wohnwagen
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Die Hauptgefahr ist das Abkuppeln und Wegziehen. Kann er bewegt werden, ist er weg. Deshalb setze ich hier klar auf Mechanik: ein massives Deichselschloss, ergĂ€nzt durch eine Radkralle und den StĂŒtzenschloĂ. Elektronik dient eher als RĂŒckversicherung.
Was nicht rollen kann, wird meist auch nicht geklaut.
Wohnwagen sichern: 5 schnelle Schritte
- Massives Deichselschloss anbringen
- Radkralle montieren (sichtbar)
- TĂŒr- und Fenstersicherungen aktivieren
- GPS-Tracker prĂŒfen (Akku, App, Signal)
- Wohnwagen StĂŒtzen sichern
Wohnmobil oder Campervan

Hier geht es ums Einsteigen und Wegfahren. Wegfahrsperre oder Lenkradschloss stehen im Fokus, ergĂ€nzt durch eine zuverlĂ€ssige Alarmanlage. TĂŒren, Fenster und Klappen mĂŒssen ebenfalls gesichert sein.
Was nicht starten kann, fÀhrt auch nicht weg.
Campervan und Wohnmobil sichern: 5 schnelle Schritte
- Wegfahrsperre oder Lenkradschloss aktivieren
- Alarmanlage scharf stellen
- TĂŒren, Fenster und Klappen sichern
- GPS-Tracker prĂŒfen (Signal & App)
- Wertsachen nicht sichtbar liegen lassen (Safe)
Meine persönliche 5-Punkte-Empfehlung
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- Mechanik zuerst â sichtbar und massiv
Sie hÀlt auf und schreckt ab. - Elektronik als zweite Ebene
Alarm oder Wegfahrsperre sorgen fĂŒr Aufmerksamkeit. - GPS-Tracker als RĂŒckversicherung
Kein Schutz vor Diebstahl, aber groĂe Hilfe beim Wiederfinden. - ZugĂ€nge konsequent sichern
TĂŒren, Fenster, Serviceklappen, Heckgarage. - Abschreckung bewusst zeigen
Ich will, dass ein Dieb sofort weiterzieht.
Sicherheit auĂerhalb der Camping-Zeit: Standzeit richtig absichern
Gerade in der Zeit, in der Wohnwagen, Wohnmobil oder Campervan lĂ€ngere Zeit nicht genutzt werden, sollte man ĂŒberlegen, die RĂ€der zu demontieren, denn viele unterschĂ€tzen diese Standzeit, obwohl Fahrzeuge dann oft besonders attraktiv sind: wenig Bewegung, feste Routinen und planbare Zugriffsmöglichkeiten. Gleichzeitig erhöht das Abmontieren der RĂ€der die Sicherheit erheblich und verhindert zudem Standplatten an den Reifen.
Vor dem Haus oder in der Einfahrt

Ein Fahrzeug vor der HaustĂŒr ist nicht automatisch sicher. Es ist sichtbar, gut einschĂ€tzbar und oft schnell erreichbar. Gerade hier setze ich auf sichtbare Mechanik und regelmĂ€Ăige Sichtkontrollen.
In der Garage

Eine Garage erhöht die Sicherheit, ersetzt aber keine Sicherung. Im Gegenteil: TÀter arbeiten dort oft ungestört. Auch in der Garage sind Lenkradschloss, Wegfahrsperre oder Deichselschloss sinnvoll.
Externer Abstell- oder Unterstellplatz

Je weiter das Fahrzeug weg ist, desto höher sollte das Sicherheitsniveau sein. Mechanik, Elektronik und GPS gehören hier zusammen. ZusÀtzlich plane ich feste Kontrollintervalle ein.
Stillstand heiĂt nicht Sicherheit â oft ist es genau andersrum.
Checkliste: Einfahrt, Garage & externer Unterstellplatz
â A) Vor dem Haus / in der Einfahrt (schnell umsetzbar)
- Sichtbare Mechanik aktiv: Wohnwagen Deichselschloss + Radkralle / Wohnmobil Lenkradschloss oder Wegfahrsperre
- ZugĂ€nge sichern: TĂŒr, Fenster, Klappen (mind. die âschnellenâ Zugangspunkte)
- Wertsachen raus / unsichtbar: keine Technik, Taschen, SchlĂŒssel, Dokumente sichtbar
- GPS-Tracker checken: Strom, App, Standort-Update getestet
- Routine-Kontrolle: 1â2Ă pro Woche kurzer Sichtcheck (Sicherungen, Reifen, Klappen)
â B) Garage (unterschĂ€tzt â weil TĂ€ter dort ungestört sind)
- Auch in der Garage sichern: mindestens Lenkradschloss/Wegfahrsperre bzw. Deichselschloss/Radkralle
- Garage nicht âWerkstattâ spielen lassen: keine Werkzeuge offen herumliegen, die Einbruch erleichtern
- ZugĂ€nge zu am Fahrzeug sichern: Serviceklappen, Heckgarage, AufbautĂŒr
- GPS-Tracker aktiv lassen: Standzeit ist Tracker-Zeit
- RĂ€der demontieren: an einer anderen Stelle lagern
- SchlĂŒssel-Disziplin: SchlĂŒssel nicht in GaragennĂ€he lagern (nicht âgriffbereitâ)
â C) Externer Abstellplatz / Unterstellmöglichkeit (nicht in der NĂ€he)
- Höchstes Niveau wÀhlen: Mechanik + Elektronik + GPS (mehrstufig)
- Mechanik doppeln: z. B. Deichselschloss und Radkralle / Lenkradschloss und Wegfahrsperre
- GPS-Tracker mit eigener Versorgung: regelmĂ€Ăiger Funktionscheck (Signal/App/Alarm)
- UnauffÀllige Kontrolle planen: feste Kontrolltermine (z. B. wöchentlich/14-tÀgig)
- RĂ€der demontieren: an einer anderen Stelle lagern
Dokumente & Wertsachen nie drin lassen: Fahrzeug âleerâ halten, was schnell zu Geld wird
âWas passt zu mir?â â die Entscheidungshilfe
Nicht jeder Camper braucht das gleiche Sicherheitsniveau. Entscheidend sind Nutzung, Standort und persönliches SicherheitsgefĂŒhl.
- Lange Standzeiten: starke Mechanik
- Rundreisen: Mechanik + Elektronik
- StellplÀtze & Stadt: volle Kombination inkl. GPS
Stell dir ehrlich die Frage:
Wie wĂŒrde sich ein Verlust fĂŒr mich anfĂŒhlen â finanziell und emotional?
Je gröĂer die Antwort, desto höher sollte dein Sicherheitsniveau sein.
Warum ich heute ruhiger schlafe
FrĂŒher war Sicherheit fĂŒr mich etwas, dass man âhalt mitmachtâ. Heute ist sie Teil meines gesamten Camping-Konzepts.
Ich weiĂ, was mein Fahrzeug schĂŒtzt. Ich weiĂ, warum ich genau diese Kombination gewĂ€hlt habe. Und ich weiĂ, dass mein Fahrzeug nicht das leichteste Ziel ist.
Das ist keine Garantie â aber es ist ein gutes GefĂŒhl. Und genau darum geht es.
HĂ€ufige Fragen zur Diebstahlsicherung beim Camping und in der Standzeit
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Brauche ich auch auf einem Campingplatz Sicherungen?
Ja. Viele DiebstĂ€hle passieren genau dort, wo Camper sich sicher fĂŒhlen.
Ist eine Garage automatisch sicher?
Nein. Eine Garage erhöht die Sicherheit, ersetzt aber keine Sicherung.
Sollte ich den GPS-Tracker auĂerhalb der Saison aktiv lassen?
Ja. Gerade in der Standzeit ist er besonders sinnvoll.
Ist mehr Sicherheit immer besser?
Nein. Entscheidend ist eine sinnvolle, zu dir passende Kombination.
Euer Camper Markus